2012 hat jeder Arbeitnehmer 413 Euro mehr in der Tasche ABER kann sich trotzdem weniger leisten

Viele Arbeitnehmer freuen sich momentan über die Aussage in den Mainstreammedien das man im neuen Jahr als Arbeitnehmer durchschnittlich 413 Euro mehr verdienen würde. Leider ist dies eine Mogelpackung seines gleichen.

Die Politiker belügen das Volk nach Strich und Faden, indem man Zahlen und Statistiken soweit verfälscht dass sie keine Tragfähigkeit mehr haben. Dies erinnert mich ebenso an den Bankberater der dem Kunden erzählt wie schön seine Geldbeträge steigen werden -bspw. in einem Riester- Rürup-, Bauspar- oder Kapitallebensversicherungsvertrag- ohne den Kunden darüber aufzuklären, dass allein aufgrund der Inflation die jetzige Kaufkraft des Euros später nicht annähern der der heutigen entsprechen wird. Und insofern Sie meinen Blog regelmäßig verfolgen, wissen Sie wie schwachsinnig und betrügerisch diese oben erwähnten Geldanlageformen sind, doch dies wäre ein anderes Thema.

Zurück zur Thematik: Nächstes Jahr erhält der Arbeitnehmer also durchschnittlich 413 Euro mehr. Nun wollen wir doch mal gucken ob er auch „real“ mehr Geld bekommt.

Hierzu benötigen wir zwei Daten:

1. Die durchschnittliche Inflation in Deutschland, welche bei knapp über 3 Prozent liegt (und die kommenden Jahre wahrscheinlich noch steigen wird).

2. Das durchschnittliche Nettoeinkommen der Deutschen: Dieses liegt nach offiziellen Statistiken bei etwa 42.000 Euro Brutto im Jahr, also bei etwa 25.200 Euro (Minus 40 Prozent Steuern und Abgaben).

Fazit:

Wenn der Durchschnittsdeutsche jährlich 25.200 Euro Netto verdient und er jedes Jahr durchschnittlich real auf eine Kaufkraft von 24.444 Euro zurückfällt (3 Prozent Inflation), dann würde er mindestens eine Lohnerhöhung von 756 Euro benötigen um wenigstens die Kaufkraft zu bewahren. Bedeutet, erst bei 757 Euro Lohnerhöhung würde er real einen Euro mehr verdienen als ein Jahr zuvor.

Wie hieß es doch nochmal, die Deutschen verdienen 2012 413 Euro mehr. Erkennen Sie die Illusion? Dies ist genau wie beim Zins, man erhält zwar mehr Papiergeld und kann sich generell trotzdem nicht mehr von kaufen, da die Inflation alles wieder wegfrisst.

Wie viel Geld verdienen die Deutschen also 2012 tatsächlich/real mehr?

Nun, so genau kann auch ich es nicht sagen, denn je nachdem wie hoch die Inflation 2012 liegt umso höher oder geringer ist der reale Kaufkraftanstieg. Wenn wir davon ausgehen dass die Inflation „nur“ bei 3 Prozent liegt (und nicht darüber), dann haben die Deutschen genau (-756 Euro Inflation + 413 Euro mehr Geld) nächstes Jahr tatsächlich 343 Euro weniger in der Tasche. Dieses nennt man dann wohl sinkendes Realeinkommen. Im Übrigen unterliegen die Menschen hier oft der selben Illusion wie bei den Zinsen (Negativrenditen).

Halten wir also fest, 2012 verdienen die Menschen 343 Euro weniger Geld. Das ist die wahre Aussage ans Volk. Doch kein Politiker hat an dieser Wahrheit ein interesse und die Banken und Finanzinstitute mit ihren Zinsanlagen erst recht nicht.

So lange sich Menschen nicht mit dem Geldsystem beschäftigen und treudumm der Politik und den Banken vertrauen, so lange wird sich auch nichts ändern. Wahrscheinlich freuen sich auch nächstes Jahr wieder weit über 95 Prozent der Menschen über 413 Euro mehr in der Tasche und wundern sich darüber warum sie sich trotzdem weniger kaufen können als ein Jahr zuvor.

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